Wer in Deutschland ein Boot fährt, hat ein geordnetes System im Kopf: den Sportbootführerschein See für die Küstengewässer, den Sportbootführerschein Binnen für Flüsse und Seen, dazu Papiere, Versicherung und die Frage, ab wann der Schein überhaupt Pflicht wird. Entsprechend lautet die erste Frage vor einer spanischen Vermietung fast immer gleich: Brauchen Sie einen Sportbootführerschein, um in Marbella ein Boot zu mieten? Die kurze Antwort ist zugleich der nützlichste Teil dieses Artikels.
Die kurze Antwort: mit Skipper an Bord brauchen Sie keinen
Bei uns fährt der Skipper immer mit, auf jeder Ausfahrt und in jeder Dauer, und er ist derjenige, der das Boot führt. Ein Führerschein ist eine Anforderung an die Person, die fährt, nicht an die Gäste an Bord. In der Praxis heißt das: Sie brauchen weder Ihren deutschen Sportbootführerschein noch einen spanischen Schein, es gibt keine Seemeilengrenze im Blick zu behalten und kein einziges nautisches Dokument mitzuführen. Sie kommen mit einem Ausweisdokument an Bord, und der Tag beginnt.
Das ist kein Schlupfloch und keine Grauzone, sondern die normale Form der Vermietung mit Besatzung. Es ist dasselbe Prinzip, aus dem Sie keinen Führerschein brauchen, um in ein Taxi zu steigen.
Der Unterschied zur Situation daheim liegt also nicht in den Regeln, sondern im Modell. In Deutschland mieten Sie ein Boot und fahren selbst; hier mieten Sie kein Boot zum Selbstfahren, sondern 15 Meter mit Skipper — das ganze Boot für Ihre Gruppe.
Was sich ändert, wenn Sie selbst fahren möchten
Etwas anderes ist die Vermietung ohne Besatzung, bei der Sie das Boot mieten und es selbst führen. Das bieten wir nicht an, aber es lohnt sich zu wissen, wie es funktioniert, denn dann zählt die Befähigung sehr wohl. In Spanien sind die Sportbootbefähigungen im Real Decreto 875/2014 geregelt, und jede Stufe gilt für eine bestimmte Bootslänge und eine bestimmte Entfernung zur Küste.
Licencia de Navegación (der sogenannte «titulín»)
Die Grundstufe. Sie gilt für Boote bis 6 Meter, bei Tag und bis höchstens 2 Seemeilen von einem Hafen oder geschützten Platz entfernt. Genug für ein kleines Motorboot, nicht für eine Yacht.
Patrón para Navegación Básica (PNB)
Bis 8 Meter und bis 5 Seemeilen vor der Küste. Eine Zwischenstufe, die wenige nehmen: Die meisten gehen gleich zur nächsten weiter.
Patrón de Embarcaciones de Recreo (PER)
Die in Spanien gebräuchlichste Befähigung: Boote bis 15 Meter und Fahrt bis 12 Seemeilen vor der Küste. Das ist, zur Einordnung, die Stufe, die Sie für ein Boot in der Größe unseres bräuchten.
Patrón de Yate und Capitán de Yate
Für größere Boote und größere Küstenentfernungen gibt es den Patrón de Yate und den Capitán de Yate, mit jeweils höheren Anforderungen. Das sind Befähigungen für erfahrene Fahrensleute.
Und nun der Punkt, auf den es für Sie ankommt: Die Anerkennung eines ausländischen Scheins erfolgt nicht automatisch und liegt nicht bei uns. Wer ohne Besatzung vermietet, entscheidet im Einzelfall, welche Papiere er akzeptiert, und bei einem Boot von fünfzehn Metern liegt diese Latte hoch. Wir können dazu nichts zusagen. Genau diese Unsicherheit nimmt ein Charter mit Skipper vollständig heraus.
Dazu kommt eine weitere Feinheit: Passagiere gewerblich zu befördern, wie es ein Charter tut, verlangt eine berufliche Befähigung und keinen Sportbootschein. Auch mit einem PER in der Tasche dürften Sie Ihr eigenes Boot also nicht an Dritte vermieten und selbst fahren.
Kein Führerschein nötig heißt nicht: niemand am Ruder
Das gehört ausgesprochen, denn «Sie brauchen keinen Führerschein» wird gelegentlich als «es passt niemand auf» gelesen. Der Skipper ist im Gegenteil die Figur, die alles Übrige möglich macht:
- Er legt die Route des Tages fest, nach Wind und Seegang, und passt sie unterwegs an, wenn das Wetter dreht.
- Er wählt die Ankerplätze, prüft Tiefe und Grund und sorgt dafür, dass das Boot sicher liegt, während Sie schwimmen.
- Er verantwortet die Sicherheit: Ausrüstung an Bord, Rettungswesten, die Badeplattform und die Grundregeln, wenn Kinder dabei sind.
- Er kennt die Küste, weiß also, wo die Delfine meistens stehen, welche Bucht zu welcher Stunde ruhig ist und wo der Sonnenuntergang am schönsten aussieht.
Das ist in der Praxis der Unterschied zwischen «ein Boot gemietet» und «einen perfekten Tag auf See gehabt».
Ohne Führerschein ist nicht dasselbe wie ohne Skipper
Die Verwechslung, die am häufigsten auftaucht, betrifft zwei Formeln, die auf Mietplattformen fast gleich aussehen: Bareboat (Boot ohne Besatzung, Sie fahren, Schein Pflicht) und Charter mit Skipper (ein Profi fährt, Sie brauchen nichts). Auf einer allgemeinen Plattform stehen beide durcheinander, dazu geteilte Ausfahrten mit Fremden, und dann sagt ein Preisvergleich nichts mehr aus. Ausführlich steht der Vergleich in Privatboot gegenüber Mietplattformen.
Was Sie am Tag der Ausfahrt selbst mitbringen
Wenig: ein Ausweisdokument pro Person an Bord für die Registrierung im Hafen, bequeme Kleidung, Badesachen, ein Handtuch und Sonnenschutz. Stand-up-Paddling, Schnorchelausrüstung, leichtes Catering, Wasser und Softdrinks sowie eine Flasche Champagner als Aufmerksamkeit des Hauses sind bereits an Bord. Möchten Sie Extras dazunehmen, werden sie bei der Buchung vereinbart: Jetski +250 €, erweitertes Catering +180 €, besondere Dekoration +120 €, Fotograf oder Videograf auf Anfrage.
Der Skipper steckt im Preis, er ist kein Posten, der am Ende dazukommt. Die Tarife lauten 1.200 € für 2 Stunden, 1.800 € für 4 Stunden und 3.000 € für den ganzen Tag mit 8 Stunden, jeweils für das ganze Boot und nicht pro Person, für Gruppen bis zu 10 Personen, mit Skipper, Kraftstoff der üblichen Route, Versicherung und Mehrwertsteuer inbegriffen. Keine versteckten Kosten: Die vollständige Aufschlüsselung steht in unserem Ratgeber was es kostet, in Marbella ein Boot zu mieten, und das Boot selbst — eine De Antonio D50 mit 15 Metern — legt in Puerto Banús ab.
Kein Führerschein, kein Papierkram, keine Überraschungen
Der Skipper ist auf jeder Ausfahrt inbegriffen und spricht ES · EN · FR · RU. Wir bestätigen die Verfügbarkeit in weniger als 2 Stunden, unverbindlich.
Ihren Tag auf See buchen →Häufige Fragen
Bei uns nicht, und zwar keinen einzigen. Der Skipper ist immer inbegriffen und er fährt das Boot, deshalb braucht niemand an Bord einen Führerschein. Sie brauchen nur ein Ausweisdokument.
Das ist eine Frage an Vermieter, die ohne Skipper vermieten. Die Anerkennung eines ausländischen Scheins erfolgt nicht automatisch und liegt nicht bei uns: Der Vermieter entscheidet im Einzelfall, welche Papiere er akzeptiert. Auf unserem Boot stellt sich die Frage nicht, weil der Skipper immer an Bord ist.
Er fährt das Boot, legt die Route nach dem Wind des Tages fest, wählt die Ankerplätze, übernimmt die Manöver im Hafen und verantwortet die Sicherheit an Bord. Er ist kein Begleiter, sondern der Verantwortliche für das Schiff.
Der Skipper bleibt während der gesamten Ausfahrt verantwortlich und entscheidet, was möglich ist. Wenn die Bedingungen gut sind und er es für sicher hält, dürfen Sie auf offener See oft eine Weile am Ruder stehen, immer unter seiner Aufsicht. Das ist kein Kurs und ersetzt keinen Führerschein.
